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Der freie Wille in der psychologischen Forschung: Ist das Bereitschaftspotenzial ein Indikator für neuronale Handlungsvorbereitung?

Melcher, Wiebke and Pfister, H.-R. (2018) Der freie Wille in der psychologischen Forschung: Ist das Bereitschaftspotenzial ein Indikator für neuronale Handlungsvorbereitung? 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, 15.-20. Sept. 2018, Frankfurt am Main, Deutschland.

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Abstract

Vor 35 Jahren publizierten Libet, Gleason, Wright und Pearl (1983) ihre bekannte, aber methodisch nicht unumstrittene Studie und berichteten, dass der Onset des Bereitschaftspotenzials als Indikator für neuronale Handlungsvorbereitung der bewussten Willensäußerung einer Handlung 350 ms vorausgeht und somit die Handlung unbewusst initiiert wird. Dieses Ergebnis wurde oft als Indiz gegen die Existenz des freien Willens interpretiert und stieß eine bis heute andauernde Debatte an. Nachfolgend stützten einige Untersuchungen die von Libet et al. (1983) publizierte Reihenfolge (Haggard & Eimer, 1999; Keller & Heckhausen, 1990), jedoch wurde gegen die eingesetzte Methode eine Vielzahl von Einwänden erhoben. Kritisiert werden u.a. der artifizielle Charakter der beobachteten Handlung, die Verlässlichkeit der Zeitschätzung und in jüngerer Zeit auch die Interpretation des Bereitschaftspotenzials als Indikator neuronaler Handlungsvorbereitung (Jo, Hinterberger, Wittmann, Borghardt, & Schmidt, 2013; Miller, Shepherdson, & Trevena, 2011; Schmidt, Jo, Wittmann, & Hinterberger, 2016; Verleger, Haake, Baur, & Smigasiewicz, 2016). Zusammenfassend werden die Ergebnisse von zwei Studien (n=24 und n=18) berichtet, in denen die Bereitschaftspotenziale bei der Bearbeitung einer modifizierten Libet-Aufgabe mit drei Bedingungen gemessen wurden. Die Versuchspersonen beobachteten einen Uhrzeiger (2,4 sec/Umlauf) und betätigen während des Uhrumlaufs zu einem frei gewählten Zeitpunkt eine Taste (Bedingung 1), zusätzlich berichten sie nachfolgend den Zeitpunkt ihrer Handlungsintention anhand des umlaufenden Zeigers (Bedingung 2) oder betätigten eine Taste zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt (Bedingung 3). Die Ergebnisse von Libet et al. (1983) wurden im Wesentlichen repliziert. Auffällig ist jedoch, dass bei etwa 25 % der Versuchspersonen keine klare Negativität im Sinne des Bereitschaftspotenzials messbar ist. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der aktuellen Kritik am Bereitschaftspotenzial diskutiert und Implikationen für weitere Forschung abgeleitet.

Item URL in elib:https://elib.dlr.de/125309/
Document Type:Conference or Workshop Item (Speech)
Title:Der freie Wille in der psychologischen Forschung: Ist das Bereitschaftspotenzial ein Indikator für neuronale Handlungsvorbereitung?
Authors:
AuthorsInstitution or Email of AuthorsAuthors ORCID iD
Melcher, WiebkeWiebke.Melcher (at) dlr.deUNSPECIFIED
Pfister, H.-R.Leuphana UniversitätUNSPECIFIED
Date:September 2018
Refereed publication:No
Open Access:No
Gold Open Access:No
In SCOPUS:No
In ISI Web of Science:No
Status:Accepted
Keywords:Freier Wille, Bereitschaftspotenzial, Libet
Event Title:51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie
Event Location:Frankfurt am Main, Deutschland
Event Type:national Conference
Event Dates:15.-20. Sept. 2018
Organizer:Deutsche Gesellschaft für Psychologie
HGF - Research field:Aeronautics, Space and Transport
HGF - Program:Aeronautics
HGF - Program Themes:air traffic management and operations
DLR - Research area:Aeronautics
DLR - Program:L AO - Air Traffic Management and Operation
DLR - Research theme (Project):L - Human factors and safety in Aeronautics
Location: Hamburg
Institutes and Institutions:Institute of Aerospace Medicine > Aviation and Space Psychology
Deposited By: Melcher, Wiebke
Deposited On:18 Dec 2018 13:46
Last Modified:18 Dec 2018 13:46

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