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Chronobiotische Effekte eines Melatoninagonisten nach einer simulierten Zeitverschiebung.

Krolzig, Sabine (2007) Chronobiotische Effekte eines Melatoninagonisten nach einer simulierten Zeitverschiebung. Dissertation, RWTH Aachen.

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Kurzfassung

Bedingt durch die steigende Zahl von Flugbewegungen und die hohe Mobilität jedes Einzel-nen stellen Zeitverschiebungen und der damit verbundene Jet-Lag ein zunehmendes Prob-lem in der Bevölkerung dar. In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, ob sich durch Gabe von zwei verschiedenen Dosierungen des Melatoninagonisten LY 156735 nach einer im La-bor simulierten Zeitverschiebung von 9 Stunden der Jet-Lag gegenüber Placebobedingun-gen vermindern lässt und sich die Resynchronisation schneller vollzieht. Hierzu wurden acht junge, gesunde, männliche Probanden (Durchschnittsalter 27,6 Jahre (SD=3,4 Jahre)) in einer gekreuzten, randomisierten Doppelblindstudie in der Arbeitsmedizinischen Simulati-onsanlage (AMSAN) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt unter Isolationsbe-dingungen untersucht. Es erfolgten drei 13-tägige Versuchsreihen, in denen jeweils am 6. Tag eine Zeitverschiebung von 9 Stunden simuliert wurde. Die Studiendurchgänge wurden unterbrochen von 22-tägigen Erholungsphasen zur Resynchronisation und zur Medikamen-tenelimination. In den einzelnen Durchgängen erhielten die Versuchspersonen ab dem 6. Tag jeweils 0,5mg oder 5mg des Melatoninagonisten oder Placebomedikation. In der Studie wurden durchgehend biochemische Parameter zur Bestimmung des zirkadianen Status er-fasst und Fragebögen zur Ermittlung subjektiver Beeinträchtigungen von den Probanden ausgefüllt. Die Zeitverschiebung beeinflusste die zirkadiane Rhythmik der Versuchspersonen messbar. So zeigte sich in der Einschätzung der Probanden durch die Desynchronisation des zirkadianen Rhythmus eine nachteilige Wirkung auf das Wohlbefinden und die Tages-müdigkeit. Die untersuchten biochemischen Parameter wiesen deutliche Störungen ihrer zirkadianen Rhythmik auf. Die Tagesamplituden der Elektrolyte, des Cortisols und der Kör-pertemperatur verringerten sich, und die Acrophasen desynchronisierten deutlich. Unter bei-den verabreichten Medikamentendosen zeigten sich im Experiment Unterschiede im Verlauf der Resynchronisation gegenüber der Kontrollgruppe. Statistisch signifikant beschleunigt in ihrer Adaptation an die neue Zeit waren jedoch lediglich die biochemischen Parameter unter der hohen Dosis (HD=5mg LY 156735) des Agonisten. So wiesen die Acrophasen der Natri-um-, Kalium-, Calcium- und Chloridausscheidung im Urin ebenso eine signifikant schnellere Anpassung an die Zeitverschiebung auf wie die Acrophase der Cortisolausscheidung. Eine grundsätzliche Änderung der internen Dissoziation ließ sich unter den untersuchten Bedin-gungen jedoch nicht feststellen. Bei der Untersuchung der Körpertemperatur ergaben sich unter HD eine signifikant geringere Reduktion der Amplitude und eine höhere Korrelation der Temperaturkurve mit den Werten unter Baselinebedingungen. Die untersuchten subjektiven Parameter zeigten nach der Zeitverschiebung Beeinträchtigungen der Wachheit, Ermüdung und Schläfrigkeit. Signifikante Unterschiede zwischen HD und der niedrigen Dosis des Mela-toninagonisten (LD) und LD und Placebo sprachen nicht für eine Verminderung der empfun-denen Beeinträchtigungen durch die Melatoninagonistengabe. Zusammenfassend zeigt die vorliegende Arbeit, dass 5mg des untersuchten Melatoninagonisten LY 156735 einzelne physiologische Anpassungsvorgänge des zirkadianen Systems nach einer im Labor simulier-ten Zeitverschiebung signifikant beschleunigen. Verbesserungen im Jet-Lag-Empfinden der Probanden ergaben sich jedoch nicht.

Dokumentart:Hochschulschrift (Dissertation)
Titel:Chronobiotische Effekte eines Melatoninagonisten nach einer simulierten Zeitverschiebung.
Autoren:
AutorenInstitution oder E-Mail-Adresse der Autoren
Krolzig, SabineNICHT SPEZIFIZIERT
Datum:Januar 2007
Seitenanzahl:177
Status:nicht veröffentlicht
Stichwörter:Jet-Lag, Zeitverschiebung, zirkadiane Ryhthmik, Resynchronisation, Melatoninagonist, Placebomedikation
Institution:RWTH Aachen
Abteilung:Medizin
HGF - Forschungsbereich:Verkehr und Weltraum (alt)
HGF - Programm:Luftfahrt
HGF - Programmthema:L SF - Sichere und effiziente Luftverkehrsführung (alt)
DLR - Schwerpunkt:Luftfahrt
DLR - Forschungsgebiet:L SF - Sichere und effiziente Luftverkehrsführung
DLR - Teilgebiet (Projekt, Vorhaben):L - Faktor Mensch und Sicherheit in der Luftfahrt
Standort: Köln-Porz
Institute & Einrichtungen:Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin > Flugphysiologie
Hinterlegt von: Louise Mawet
Hinterlegt am:17 Aug 2007
Letzte Änderung:27 Apr 2009 14:13

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