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Assistenzsysteme zur Unfallvermeidung – warnen oder eingreifen?

Vollrath, Mark und Briest, Susanne (2007) Assistenzsysteme zur Unfallvermeidung – warnen oder eingreifen? Deutscher Verkehrsexpertentag 2007, 2007-06-18 - 2007-06-19, Bonn.

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Kurzfassung

Assistenzsysteme werden zunehmend unter dem Aspekt eingeführt, dass sie zur Unfallvermeidung beitragen können. Zum Beispiel kann eine bevorstehende Kollision entdeckt, der Fahrer gewarnt oder automatisch eine Notbremsung ausgelöst werden, um den Unfall zu verhindern. Einerseits soll in dieser Situation der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug behalten, was bei einer Warnung, auf die der Fahrer selbstständig reagiert, gewährleistet ist. Andererseits ist der Fahrer gerade in kritischen Situationen möglicherweise nicht mehr in der Lage, auf die Warnung schnell genug zu reagieren, so dass ein automatischer Eingriff notwendig wäre, um den Unfall zu verhindern. Damit stellt sich die Frage, mit welcher Eingriffsstrategie (warnen oder eingreifen?) Unfälle am besten zu verhindern sind. Um diese Frage zu beantworten, wurde im Auftrag der Bast und zusätzlich durch das Land Niedersachsen gefördert eine In-Depth Analyse von etwa 4500 Unfällen aus der Region Braunschweig aus dem Jahr 2002 durchgeführt. Unter Einbezug einer 50% Stichprobe der Bundesdeutschen Unfälle aus 2002 wurde es über eine Gewichtung ermöglicht, die Analysen auf die Bundesdeutschen Verhältnisse zu übertragen. Die Unfälle wurden zunächst nach unterschiedlichen Unfalltypen aufgeteilt, die jeweils die Rahmenbedingungen für die Fahrerassistenzsystem vorgeben (z.B. Vermeidung einer frontalen Kollision im Kreuzungsbereich, Verhinderung des Abkommens von der Fahrbahn auf der Landstraße usw.). Für jeden Unfalltyp wurden dann anhand der schriftlichen Unfallprotokolle die Fehlhandlungen der Fahrer und ihre Ursachen bestimmt in Anlehnung an Fehlermodelle von Hacker und Rasmussen. Aus der Analyse der Fehlhandlung lässt sich ableiten, welche Funktion das Fahrerassistenzsystem in der bestimmten Situation bieten müsste (z.B. verhindern, dass der Fahrer losfährt, obwohl er einem vorfahrtsberechtigten Fahrzeug Vorfahrt gewähren müsste). Die Ursache der Fehlhandlung liefert Informationen darüber, mit welcher Eingriffsstrategie das Assistenzsystem diese Fehlhandlung verhindern kann. Ist der Fahrer z.B. abgelenkt, so könnte eine Warnung, die die Aufmerksamkeit auf die relevanten Fahrzeuge lenkt, ausreichen, um den Unfall zu verhindern. Treffen Fahrer dagegen fehlerhafte Entscheidungen, so ist ein Eingriff des Systems notwendig, um diese Entscheidungen zu korrigieren. Die Analysen zeigen, dass drei Gruppen von Funktionalitäten über 70% der schweren Unfälle verhindern könnten. Dies ist eine Kreuzungsassistenz, die bevorrechtigte Fahrzeuge und Radfahrer aus unterschiedlichen Richtungen erkennen kann, ein System zur Kollisionsvermeidung im Längsverkehr mit situationsabhängiger Abstands- und Geschwindigkeitsregelung, das stehende Fahrzeuge erkennt und den Fahrer beim Bremsen unterstützt und ein System zur situationsabhängigen Geschwindigkeitsregulation mit Unterstützung der Querführung. Dabei ist je nach Situation eine unterschiedliche Eingriffsstrategie erforderlich. Insgesamt zeigt sich ein hohes Unfall vermeidendes Potenzial vor allem im Bereich der Kreuzungsassistenz bereits für warnende Systeme, die dem Fahrer die Entscheidung und Handlungsausführung überlassen. In den anderen Situationen ist eine effektive Unfallvermeidung zum großen Teil nur durch automatisch eingreifende Systeme zu erwarten.

Dokumentart:Konferenzbeitrag (Vortrag)
Titel:Assistenzsysteme zur Unfallvermeidung – warnen oder eingreifen?
Autoren:
AutorenInstitution oder E-Mail-Adresse der Autoren
Vollrath, MarkNICHT SPEZIFIZIERT
Briest, SusanneNICHT SPEZIFIZIERT
Datum:2007
Referierte Publikation:Nein
In SCOPUS:Nein
In ISI Web of Science:Nein
Status:veröffentlicht
Stichwörter:Unfallrisiko, Fahrerassistenzsysteme, menschliche Fehler
Veranstaltungstitel:Deutscher Verkehrsexpertentag 2007
Veranstaltungsort:Bonn
Veranstaltungsart:internationale Konferenz
Veranstaltungsdatum:2007-06-18 - 2007-06-19
Veranstalter :Gesellschaft für Ursachenforschung bei Verkehrsunfällen e.V. (GUVU)
HGF - Forschungsbereich:Verkehr und Weltraum (alt)
HGF - Programm:Verkehr
HGF - Programmthema:V SH - Verbesserung der Sicherheit im Verkehr (alt)
DLR - Schwerpunkt:Verkehr
DLR - Forschungsgebiet:V SH - Verbesserung der Sicherheit im Verkehr
DLR - Teilgebiet (Projekt, Vorhaben):V - Entwicklung Fahrermodell (alt)
Standort: Braunschweig
Institute & Einrichtungen:Institut für Verkehrssystemtechnik > Institut für Verkehrsführung und Fahrzeugsteuerung > Automotive Systeme
Hinterlegt von: Mark Lutz Vollrath
Hinterlegt am:05 Jul 2007
Letzte Änderung:27 Apr 2009 13:57

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