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Leiser landen - Aber sicher: Wie Piloten auf ein neues Anflugverfahren reagieren.

Vejvoda, Martin und Elmenhorst, Eva-Maria und Soll, Henning und Samel, Alexander (2006) Leiser landen - Aber sicher: Wie Piloten auf ein neues Anflugverfahren reagieren. sonstiger Bericht.

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Kurzfassung

Im Rahmen des Verbundprojektes "Lärmoptimierte An- und Abflugverfahren" werden Verfahren zum Landeanflug untersucht, die zu einer deutlichen Verbesserung der Lärmsituation für Anrainer von Flughäfen führen sollen. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist, ob diese geänderten Flugverfahren auf einem gleich bleibenden Sicherheitsniveau durchgeführt werden können. Das gilt insbesondere für Landeanflüge nach einem Langstreckenflug wie auch bei entsprechend langen Flugdienstzeiten mit mehreren Starts und Landungen auf der Kurzstrecke. Der Pilot wird ggf. bis an die Grenzen seiner Belastungsfähigkeit gefordert. Verlangt man jetzt noch flugzeug- und flughafenspezifische spezielle Anflugverfahren, deren Durchführung vom Piloten zusätzliche Aufmerksamkeit und Aktivitäten erfordern, kann es zu einer Überlastung des Piloten kommen. In der Zeit von März bis April 2004 wurden in einem A320- (Lufthansa Flight Training Frankfurt) und A330-Simulator (Zentrum für Flugsimulation Berlin) 44 Piloten (je 22 Kapitäne (Cpt.) und 22 Erste Offiziere (FO´s)) flugmedizinisch untersucht. Diese sollten für je eine Nacht in der Zeit von ca. 23:30 Uhr bis ca. 04:00 Uhr ein Standardanflugverfahren auf den Flughafen München fliegen und ein lärmarmes Anflugverfahren mehrmals trainieren und simulieren (Cpt. und FO im Wechsel; insgesamt 8 Anflüge). Zur Bestimmung der Belastung und Beanspruchung der Piloten wurden das Elektroencephalogramm (EEG), das Elektrookulogramm (EOG) und das Elektrokardiogramm (EKG) aufgezeichnet, die kontinuierlich während der Simulationen zur Bestimmung der mentalen und physischen Beanspruchung abgeleitet wurden. Als Stressparameter wurden Blutdruck und Kortisol im Speichel vor und nach den jeweiligen Anflügen gemessen. Fragebögen dienten zur Beurteilung der subjektiven Arbeitsbelastung, Ermüdung, Schläfrigkeit und Anspannung. Die Auswertung der Daten zeigt eine Zunahme der subjektiven Ermüdung im Verlauf der Nacht. Diese unterscheidet sich ab dem zweiten geflogenen Szenario signifikant (p0.01) vom Referenzwert am Anfang der Simulation. Eine Segment bezogene Auswertung der EKG- und der EOG-Werte ergibt folgende Ergebnisse: Anstieg der Herzfrequenz (überwiegend beim Pilot Flying) in der Landephase, Absenkung der Blinkrate (EOG) ebenfalls meistens beim Pilot Flying und in der Landephase. Beim EKG und bei der Blinkrate sind die Effekte allerdings sowohl beim Standard- als auch beim lärmarmen Anflugverfahren zu sehen. Es ergeben sich weder bei der subjektiven Arbeitsbelastung noch bei den physiologischen Messwerten des EKG, des Blutdrucks, des EOG oder des Kortisols Anhaltspunkte dafür, dass das lärmarme Anflugverfahren zu einer höheren Belastung als das Standardanflugverfahren führt.

Dokumentart:Berichtsreihe (sonstiger Bericht)
Titel:Leiser landen - Aber sicher: Wie Piloten auf ein neues Anflugverfahren reagieren.
Autoren:
AutorenInstitution oder E-Mail-Adresse der Autoren
Vejvoda, MartinNICHT SPEZIFIZIERT
Elmenhorst, Eva-MariaNICHT SPEZIFIZIERT
Soll, HenningNICHT SPEZIFIZIERT
Samel, AlexanderNICHT SPEZIFIZIERT
Datum:Januar 2006
Erschienen in:DLR Nachrichten 113, S. 22-25
Status:veröffentlicht
Stichwörter:Arbeitsbelastung, Beanspruchung, Blutdruck, Cockpit Crew, EEG, EKG, EOG, Ermüdung, Flugsimulator, Kortisol, lärmarmes Anflugverfahren
HGF - Forschungsbereich:Verkehr und Weltraum (alt)
HGF - Programm:Luftfahrt
HGF - Programmthema:L VU - Luftverkehr und Umwelt (alt)
DLR - Schwerpunkt:Luftfahrt
DLR - Forschungsgebiet:L VU - Luftverkehr und Umwelt
DLR - Teilgebiet (Projekt, Vorhaben):L - Leiser Luftverkehr (alt)
Standort: Köln-Porz
Institute & Einrichtungen:Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin > Flugphysiologie
Hinterlegt von: Louise Mawet
Hinterlegt am:28 Feb 2007
Letzte Änderung:27 Apr 2009 13:32

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