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Fahrmotive und Fahrsituationen als Basis einer Fahrertypisierung zur individualisierten Routengenerierung

Ehrenpfordt, Ingmar and Rataj, Jürgen (2005) Fahrmotive und Fahrsituationen als Basis einer Fahrertypisierung zur individualisierten Routengenerierung. In: DGLR-Bericht 2005-05 DGLR-Berichte. Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt Lilienthal-Oberth e.V.. pp. 55-61. ISBN 3-932182-44-8.

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Abstract

Die Entwicklung im Automobilbereich ist über die Jahre hinweg getrieben durch den Wunsch nach gesteigerter Mobilität allgemein und besonders im Alter. Anfangs waren dabei die technischen Randbedingungen der limitierende Faktor wachsender Mobilität. Mittlerweile wird der Mensch selber zum limitierenden Faktor. Die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Menschen stoßen beim Fahren immer mehr an die Grenzen der Beherrschbarkeit des Zusammenspiels von Mensch, Maschine und Umwelt. Die steigende Anzahl und Komplexität der Bedienelemente im Fahrzeug, höhere gefahrene Geschwindigkeiten, gesteigertes Beschleunigungs- und Abbremsvermögen der Fahrzeuge und dichter werdender Verkehr zählen dabei zu den Hauptursachen. Gerade im letzten Jahrzehnt nahm die Forschungen im Bereich Fahrerassistenzsysteme und ADAS besonders zu, welches sich ebenfalls in den auf dem Markt erscheinenden Produkten widerspiegelt. Der Bereich der komfortsteigernden Fahrerassistenzsysteme ist dabei maßgeblich an der Entlas-tung des Fahrers beteiligt. Nach dem 3-Ebenen-Modell von Donges gliedert sich die Fahrzeugführung in die Kategorien Navigation, Bahnführung und Stabilisierung auf. Jede dieser drei Ebenen stellt unterschiedliche kognitive Anforderungen an den Fahrer. Auf der Navigationsebene werden fahrtübergeordnete Entscheidungen getroffen. Diese betreffen beispielsweise die Routenwahl, den zeitlichen Ablauf der Fahrt, sowie die Anpassung der Fahrtroute an mögliche, situative Erfordernisse. Mit dem Ziel einer, auf den Fahrer zugeschnittenen, Fahrtroute kann die individuelle Navigation einen Beitrag zur Steigerung des Komforts beim Fahren leisten. Die Fähigkeiten, Fertigkeiten, aber auch die Präferenzen des Fahrers finden dabei Berücksichtigung. Der von uns verfolgte Ansatz bei der Individuellen Navigation besteht darin, die Belastung bereits auf der globaleren Ebene der Navigation zu senken, um mehr Ressourcen im Bereich der beiden unteren Ebenen zu erlangen. Als Resultat erhält man eine Entlastung des Fahrers gepaart mit einer Steigerung der Sicherheit, augrund des gesenkten Workloads, speziell in Situationen hoher Belastung des Fahrers. Dabei sollen jedoch situative Belastungen auf der Bahnführungsebene, welche individuell unterschiedlich auftreten, von vorneherein gemieden werden. Um den Fahrer zu entlasten und eine bestmögliche Anpassung der Route auf ihn technisch zu ermöglichen, muss zuerst eine Typisierungsstrukturierung aufgebaut werden, um die Fahrer später den speziellen Clustern zuordnen zu können. In der Literatur finden sich dazu diverse Ansätze, beispielsweise auf Grundlage von soziodemo-grafischen und fahrdemografischen Daten (Abendroth). Bei Grimmer, Adelt, Stephan wird die Typisierung auf der Basis von Fahrmotiven abgeleitet. Die 13 unterschiedlichen Dimensionen handelt es sich beispielsweise um das Auslebemotiv, das Gleitmotiv, das Ängstlichkeitsmotiv etc. Des Weiteren finden sich in der Literatur noch andere Typisierungen, welche sich nicht für unsere Forschung geeignet erwiesen. Als Basis für eine Fahrertypisierung zur Ermöglichung individueller Routenvorschläge hat sich nach Voruntersuchungen eine Mischung aus motivbasierter Untersuchung und einer Zuordnung auf Grundlage unterschiedlichen Verhaltens in speziellen Fahrsituationen herauskristallisiert. Zur Auswahl kamen nach Voruntersuchungen einige der Fahrmotive von Adelt et al. Zusätzlich wurde eine neue Art der Frageform entwickelt und angewandt. Es wurde jeweils ein Statement aufgestellt, welches unter Berücksichtigung variierender Umstände von der Versuchsperson ein-geschätzt werden musste. Bei den Statements handelte es sich beispielsweise um Rotenwahlpräferenzen. Diese Auswertung dieses Fragenkomplexes wurden explorativ genutzt, um die Aussagen der Fahrer bezüglich der Fahrmotive besser interpretieren zu können. Als Ergebnis konnten drei primäre Cluster von Fahrer gefunden werden. Aufbauend auf diesen wird zurzeit eine feinere Stufe der Typisierung in Forschungsarbeiten untersucht.

Document Type:Book Section
Title:Fahrmotive und Fahrsituationen als Basis einer Fahrertypisierung zur individualisierten Routengenerierung
Authors:
AuthorsInstitution or Email of Authors
Ehrenpfordt, IngmarUNSPECIFIED
Rataj, JürgenUNSPECIFIED
Date:October 2005
Journal or Publication Title:DGLR-Bericht 2005-05
Refereed publication:Yes
In ISI Web of Science:No
Page Range:pp. 55-61
Editors:
EditorsEmail
Grandt, MortonUNSPECIFIED
Bauch, AnnaUNSPECIFIED
Publisher:Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt Lilienthal-Oberth e.V.
Series Name:DGLR-Berichte
ISBN:3-932182-44-8
Status:Published
Keywords:Fahrertypisierung, Fahrmotive
HGF - Research field:Aeronautics, Space and Transport (old)
HGF - Program:Transport
HGF - Program Themes:V SH - Verbesserung der Sicherheit im Verkehr (old)
DLR - Research area:Transport
DLR - Program:V SH - Verbesserung der Sicherheit im Verkehr
DLR - Research theme (Project):V - Entwicklung Fahrermodell (old)
Location: Braunschweig
Institutes and Institutions:Institute of Transportation Systems > Institute of Transportation Systems > Automotive
Deposited By: Dr. Ingmar Ehrenpfordt
Deposited On:12 Jan 2006
Last Modified:27 Apr 2009 04:48

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